Beratungs- und Förderkonzept der GS Westerhüsen
Leitgedanke
In allen Phasen der Grundschulzeit – von der Schulanmeldung bis zum Übergang in die weiterführende Schule – steht unseren Kindern und ihren Eltern ein verlässliches Beratungs- und Förderangebot zur Verfügung.
Zentrales Prinzip unserer Schularbeit ist die individuelle Förderung jedes Kindes.
Dabei verstehen wir sprachliche Bildung, die Stärkung basaler Kompetenzen, Demokratiebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie Bildung in der digitalen Welt als verbindliche Querschnittsaufgaben, die in Unterricht, Schulleben und Fördermaßnahmen systematisch umgesetzt werden.
1. Unsere Ziele
Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler …
1) Persönlichkeit und Lernkompetenz entwickeln
- ihre Stärken, Interessen und Begabungen erkennen und ausbauen
- Selbstvertrauen, Motivation und Durchhaltevermögen entwickeln
- Lernstrategien erwerben und zunehmend selbstständig anwenden
2) Basale Kompetenzen sicher aufbauen
- tragfähige Grundlagen in Lesen, Schreiben, Rechtschreiben und Mathematik erwerben
- Konzentration, Wahrnehmung, Merkfähigkeit, Arbeitsorganisation und Motorik als Lernvoraussetzungen stärken
- Lernlücken frühzeitig erkennen und gezielt schließen
3) Sprachlich handlungsfähig werden
- Sprache als Schlüssel zum Lernen in allen Fächern nutzen (Wortschatz, Satzbau, Fachsprache)
- Leseflüssigkeit, Textverständnis, Erzählen, Argumentieren und Präsentieren entwickeln
- bei Bedarf gezielte Sprachförderung erhalten (auch bei Deutsch als Zweitsprache)
4) Verantwortung übernehmen und Demokratie leben
- Regeln verstehen, mitgestalten und einhalten
- Konflikte fair lösen, Perspektiven wechseln und respektvoll kommunizieren
- Verantwortung für sich, andere und die Gemeinschaft übernehmen
5) Nachhaltig denken und handeln (BNE)
- Natur und Umwelt als Lern- und Erfahrungsraum nutzen
- ressourcenschonendes Verhalten einüben (z. B. Müllvermeidung, Recycling, Energie/Wasser)
- Zusammenhänge zwischen Umwelt, Gesellschaft und eigenem Handeln altersgerecht verstehen
6) Kompetent in der digitalen Welt handeln
- digitale Medien lernförderlich, kreativ und verantwortungsvoll nutzen
- grundlegende Medienkompetenzen aufbauen (Sicherheit, Datenschutz, Urheberrecht, Informationsbewertung)
- digitale Werkzeuge zur Dokumentation, Präsentation und Zusammenarbeit einsetzen
2. Förderkette: So begleiten wir Kinder und Eltern
Phase A: Schulanmeldung & Übergang Kita–Schule
- Beobachtung bei der Schulanmeldung (erste Hinweise auf Förderbedarf).
- Austausch mit Kindertageseinrichtungen mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten.
- Beratung der Eltern zu Unterstützungsangeboten (z. B. Logopädie, Ergotherapie).
- Erste Hinweise zu sprachlicher Entwicklung und basalen Kompetenzen (z. B. phonologische Bewusstheit, Mengenverständnis).
Phase B: Schnupperkurs / Vorschulangebote
- Schnupperkurs (z. B. 5 Termine): Kennenlernen, Orientierung, gemeinsames Lernen und Spielen.
- Beobachtung durch zukünftige Klassenleitung.
- Erste Förderimpulse (z. B. Sprachspiele, Vorläuferfertigkeiten Mathematik, Feinmotorik).
Phase C: Schuleingangsphase & laufendes Schuljahr
- Lernstandsdiagnostik und kontinuierliche Beobachtung im Unterricht.
- Erstellung und Fortschreibung von Förderplänen (konkret, überprüfbar, kindgerecht).
- Regelmäßige Auswertung mit Eltern (Elternsprechtage/Lernentwicklungsgespräche).
- Differenzierte Lernangebote im Unterricht und zusätzliche Förderzeiten.
Phase D: Übergang in die weiterführende Schule
- Beratungsgespräche zum Übergang (Leistungsstand, Lernverhalten, Interessen).
- Unterstützung bei der Entscheidungsfindung; transparente Information zu Anforderungen.
- Stärkung von Selbstorganisation und Lernstrategien als Vorbereitung auf neue Lernformen.
3. Förderbereiche und Maßnahmen (mit Querschnittsbezug)
3.1 Stärkung basaler Kompetenzen (Grundlagen des Lernens)
- Förderung von Wahrnehmung, Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit
- Training von Fein- und Grobmotorik (u. a. Stifthaltung, Koordination)
- Aufbau von Arbeitsorganisation (Material, Zeit, Aufgabenverständnis)
- Frühförderung zentraler Vorläuferfertigkeiten:
- Deutsch: phonologische Bewusstheit, Lautanalyse, Wortschatz
- Mathematik: Zahlvorstellung, Mengenverständnis, Muster/Strukturen
3.2 Sprachliche Bildung und Sprachförderung (durchgängig in allen Fächern)
- Sprachsensibler Unterricht: Wortschatzarbeit, Satzmuster, Fachbegriffe, Sprachgerüste
- Leseförderung: Vorlesen, Lautlesen, Lesestrategien, Bibliotheksarbeit
- Sprechen und Zuhören: Erzählen, Begründen, Präsentieren, Gesprächsregeln
- Gezielte Sprachförderangebote bei Bedarf (Kleingruppen/Einzelförderung)
- Enge Zusammenarbeit mit Eltern und ggf. externen Stellen (z. B. Logopädie)
3.3 Förderung der Selbstkompetenz (Lernen lernen)
- Lernstrategien: Tages-/Wochenplan, Lernziele, Reflexion, Portfolioarbeit
- Hilfe zur Selbsthilfe: Partnerarbeit, Lernhilfen, Übungsformate (z. B. Diktatvarianten)
- Feedbackkultur: konstruktive Rückmeldungen, Fehler als Lernchance
- Stärkung von Selbstwirksamkeit und Resilienz: Umgang mit Frust, Durchhalten, Erfolgserlebnisse
3.4 Förderung der Sozialkompetenz & Demokratiebildung
- Klassenrat/Morgenkreis: Anliegen klären, Regeln vereinbaren, Entscheidungen treffen
- Wahl von Klassensprecherinnen/Klassensprechern; altersgerechte Beteiligungsformate
- Konfliktlösung: Gesprächsregeln, Streitschlichtung, Wiedergutmachung
- Verantwortung übernehmen: Klassendienste, Patenschaften, Aufgaben für die Gemeinschaft
- Werteorientierung: Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Perspektivwechsel
3.5 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
- Lernen an realen Orten: Schulhof, grünes Klassenzimmer, Beete
- Projekte zu Natur, Klima, Artenvielfalt, Wasser, Müll und Recycling
- Nachhaltige Routinen im Schulalltag: Mülltrennung, ressourcenschonender Umgang mit Material
- Verbindung von BNE mit Sprache/Mathe/Sachunterricht (z. B. Messungen, Diagramme, Berichte)
3.6 Bildung in der digitalen Welt
- Altersgerechter Einsatz digitaler Medien zum Üben, Recherchieren und Präsentieren
- Medienregeln: Datenschutz, Bildrechte, sichere Passwörter (altersangemessen)
- Informationskompetenz: „Was ist eine verlässliche Quelle?“ (grundschulgerecht)
- Kreative Medienarbeit: Audio, Foto, Video, digitale Plakate (datenschutzkonform)
- Digitale Dokumentation von Lernwegen (z. B. Lernportfolio/Projektmappe – je nach Ausstattung)
4. Organisation der Förderung (Formate)
- Differenzierung im Unterricht (Niveaustufen, Lernwege, Materialien)
- Förderstunden/Kleingruppenförderung (zeitlich befristet, zielorientiert)
- Teamarbeit: Klassenlehrkraft – Schulsozialarbeit
- Lernentwicklungsgespräche mit Kind und Eltern (Ziele vereinbaren, Fortschritte sichtbar machen)
- Kooperation mit externen Fachstellen nach Absprache
- Dokumentation: Förderplan, Beobachtungsbögen, Kompetenzraster/Portfolio (schulintern abgestimmt)
5. Qualitätssicherung
- klare, überprüfbare Förderziele („Nächster Lernschritt“)
- regelmäßige Evaluation und Anpassung der Maßnahmen
- Austausch im Kollegium (Förderkonferenzen/Fallbesprechungen)
- Fortbildungen zu Diagnostik, Sprachbildung, Inklusion, BNE und digitalem Lernen

