Europaschule Grundschule Westerhüsen – Schulkonzept
1. Unser Profil als Europaschule
Als Europaschule entwickelt sich unsere Grundschule seit 1995 kontinuierlich zu einem Lern- und Lebensort mit europäischem Profil. Europa bedeutet für uns:
- Öffnung nach außen: Begegnungen, Kooperationen und Projekte mit Partnern in der Region und – wo möglich – in Europa.
- Öffnung nach innen: eine Schulkultur, die Vielfalt wertschätzt, Mehrsprachigkeit als Ressource nutzt und demokratisches Miteinander stärkt.
- Europa im Unterricht: Themen wie Zusammenleben, Frieden, Kinderrechte, kulturelle Vielfalt und Sprachen werden fächerübergreifend aufgegriffen.
Schwerpunktsetzungen (Querschnitt):
- Demokratiebildung (Mitbestimmung, Klassenrat, Verantwortung)
- sprachliche Bildung und Sprachförderung (auch im Kontext Mehrsprachigkeit)
- Bildung in der digitalen Welt (Medienkompetenz, sichere Nutzung, kreative Anwendungen)
- Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) (Umwelt, Ressourcen, globales Lernen – z. B. Eine Welt)
- Stärkung basaler Kompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, Lern- und Arbeitsverhalten)
2. Organisation des Schultages: Rhythmus aus Verlässlichkeit und Offenheit
Unsere pädagogische Arbeit verbindet gebundene Unterrichtszeiten (Stundentafel) mit offenen Lern- und Betreuungsangeboten. Der Hort begleitet die Kinder vor und nach der Kernzeit und unterstützt damit Familien und Kinder im Tagesablauf.
Grundprinzipien unseres Tagesrhythmus:
- verlässliche Strukturen und klare Zeiten
- Lernphasen mit ausreichender Tiefe (geblockter Unterricht)
- Pausen- und Bewegungszeiten als fester Bestandteil
- offene Angebote/Arbeitsgemeinschaften im Anschluss an den Unterricht
3. Unterrichtsorganisation: Lernen in längeren Lernzeiten
Der Unterricht findet überwiegend in geblockter Form statt (Lernzeiten bis zu 90 Minuten). Das ermöglicht:
- mehr Ruhe und Konzentration
- handlungsorientiertes, kooperatives und projektbezogenes Lernen
- Differenzierung und individuelle Förderung innerhalb einer Lernzeit
- Zeit für Reflexion, Präsentation und Feedback
Offene Angebote und Arbeitsgemeinschaften sind an diesen Rhythmus angepasst und haben nach Unterrichtsende einen offenen, interessengeleiteten Charakter.
4. Stundenzeiten (Übersicht)
1) Gleitzeit (Hort)
- 06:00–07:15 Uhr Betreuung durch den Hort
2) Kernzeit
- 07:15–07:30 Uhr Offene Eingangsphase
- 07:30–08:15 Uhr 1. Stunde
- 08:15–09:00 Uhr 2. Stunde
- 09:00–09:25 Uhr Frühstücks- und Hofpause
- 09:25–10:10 Uhr 3. Stunde
- 10:10–10:55 Uhr 4. Stunde
- 10:55–11:40 Uhr 5. Stunde
- 11:40–12:05 Uhr Hofpause und Essen
- 12:05–12:50 Uhr 6. Stunde
3) Gleitzeit (Hort)
- Betreuung und Angebote im Hort im Anschluss an die Kernzeit
- feste Bewegungs- und Entspannungsimpulse in Lernzeiten
- klare Absprachen zu Hausaufgaben-/Übezeiten (im Hort begleitet)
5. Pädagogische Grundlagen: reformpädagogisch
Unsere Arbeit ist inspiriert von reformpädagogischen Ansätzen, die wir zeitgemäß und kindgerecht weiterentwickeln:
- Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ – Selbstständigkeit, Materialarbeit, individuelle Lernwege
- Freinet: Lernen durch Erfahrung, Übung, Arbeit und echte Produkte (z. B. Texte, Projekte, Präsentationen)
- Petersen (Jenaplan): Gemeinschaft, Gesprächskultur, Verantwortung, Rituale
- Fröbel: Spiel als Bildungschance, entdeckendes Lernen
- Steiner: Lernen orientiert an Entwicklungsphasen, ganzheitliche Förderung
Konkret bedeutet das bei uns (heutige Umsetzung):
- kooperatives Lernen (Partner-/Gruppenarbeit, Helfersysteme)
- Lernreflexion und Feedbackkultur
- individuelle Förderung und Diagnostik (Förderpläne, Lernentwicklungsgespräche)
6. Europa, Englisch und Mehrsprachigkeit
Ein zentraler Bestandteil unseres Schullebens ist die Einbeziehung von Englisch und des Europagedankens in den Unterricht.
Umsetzung:
- frühe, spielerische Begegnung mit Englisch (Lieder, Rituale, einfache Kommunikation)
- europäische Themen fächerübergreifend (Kultur, Alltag, Kinderrechte, Vielfalt)
- Wertschätzung von Mehrsprachigkeit: Sprachen der Kinder sichtbar machen und einbeziehen
7. Bildung in der digitalen Welt
Digitale Medien nutzen wir pädagogisch sinnvoll und altersgerecht:
- Üben, Fördern und Differenzieren (z. B. Lernprogramme)
- Recherchieren und Präsentieren (z. B. digitale Plakate, Audio/Video)
- Medienregeln: Datenschutz, Bildrechte, sichere Nutzung
- Aufbau von Informationskompetenz („Wie erkenne ich verlässliche Informationen?“)
8. BNE & Globales Lernen
Als Europaschule verbinden wir Europa mit Verantwortung für die Welt:
- Projekte zu Umwelt, Klima, Ressourcen, Müllvermeidung und Natur
- Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Eine-Welt-Haus (globales Lernen, Fairness, Nachhaltigkeit)
- nachhaltige Routinen im Schulalltag (Mülltrennung, ressourcenschonender Materialeinsatz)
9. Kooperationen und Partner
Zu den wichtigsten Partnern unserer Schule gehören:
- Eltern als Erziehungspartner
- Hort als verlässlicher Bildungspartner im Ganztag
- Jugendkunstschule „Haus Thiem 20“ (kulturelle Bildung)
- Eine-Welt-Haus (globales Lernen/BNE)
- Musikschulen, Krankenkassen sowie weitere Institutionen, Vereine und regionale Partner
Ergänzung:
- klare Kooperationsziele (z. B. kulturelle Teilhabe, Gesundheitsförderung, Prävention)
- regelmäßige Abstimmung und Evaluation der Angebote (Feedback, Teilnahme, Wirkung)

